Ziviltechniker Elektrotechnik

Explosionsschutz

Home  /  Ziviltechniker Elektrotechnik  /  Explosionsschutz

Ziviltechniker Elektrotechnik – Explosionsschutz

Bumm – und nichts ist mehr so wie es war…

Explosionen können ohne geeignete Maßnahmen in fast allen Unternehmen sowie auch im Privatbereich auftreten. Explosionsfähige Stoffe lauern in vielen Produkten und werden leider sehr oft unterschätzt.

Dass brennbare Gase wie zum Beispiel Propan/Butan von Campingkochern oder Heizgeräten gefährlich sein können, ist den meisten Menschen bewusst. Auch mit brennbaren Flüssigkeiten wie zum Beispiel Benzin wird meist sorgsam umgegangen. Worüber sich viele Personen aber nicht im Klaren sind, ist, dass auch Stäube wie zum Beispiel Mehl brennen sowie explodieren können. Es gibt eine Vielzahl von (chemischen) Produkten, die aufgrund ihrer Zusammensetzung explosionsfähig und damit explosionsgefährlich sind.

Bei Vorhandensein eines brennbaren Materials, Sauerstoff sowie einer Zündquelle kann es zu einer Explosion kommen. Eine Explosion ist eine sehr schnelle Verbrennung und läuft meist in Sekundenbruchteilen ab. Um dies zu vermeiden, wird beim Explosionsschutz versucht die Grundlage der Explosion zu verhindern. Dabei wird eine dreistufige Herangehensweise gewählt. Im ersten Schritt (primären Explosionsschutz) wird versucht den explosionsgefährlichen Stoff durch eine nicht gefährliche Substanz zu ersetzen. Explosionsschutz - Ex-i-KabelDies ist jedoch aufgrund der erforderlichen Arbeitsschritte nicht immer möglich. Somit müssen im zweiten Schritt (sekundärer Explosionsschutz) Maßnahmen getroffen werden, eine Zündung eines etwaigen vorhandenen explosionsfähigen Gemisches zu verhindern. Dies bedeutet, dass sämtliche eingesetzten Betriebsmittel (elektrisch und mechanisch) entsprechend ausgewählt werden müssen und auch eine ATEX-Zertifizierung Explosionsschutz - Ex-Klemmdoseoder Herstellererklärung aufweisen müssen. Es muss auch sichergestellt werden, dass keine Zündungen durch elektrostatische Entladungen an der Kleidung erfolgen, weshalb für explosionsgefährdete Bereiche spezielle persönliche Schutzausrüstung (PSA) notwendig ist. Sollte wegen entsprechender Rahmenbedingungen eine Explosion trotz vorausgehender Maßnahmen nicht vollständig ausgeschlossen werden können, muss die Auswirkung der Explosion zum Beispiel durch Explosionsschutzklappen begrenzt werden (konstruktiver Explosionsschutz).

Zur Festlegung von explosionsgefährlichen Bereichen ist gemäß VEXAT (Verordnung explosionsfähige Atmosphäre) ein Explosionsschutzdokument erforderlich. Darin sind beispielsweise sämtliche festgestellte Explosionsgefahren, die Einstufung der explosionsgefährdeten Bereiche in Zonen sowie die dadurch notwendigen Maßnahmen dargestellt. Gefahrenanalysen von Betriebsmitteln und Persönlicher Schutzausrüstung fallen ebenfalls in den Anwendungsbereich der VEXAT und dürfen nur von einem sehr ausgewählten Personenkreisen durchgeführt werden. Dazu zählen z. B. auch Ingenieurkonsulenten bzw. Ziviltechniker.

Neben einigen anderen Gesetzen wie z. B. die Flüssiggasverordnung (FGV) oder Verordnung brennbarer Flüssigkeiten (VbF) befassen sich viele Normen mit der richtigen Lagerung und Ausführung in explosionsgefährdeten Bereichen.

Zusätzlich zum richtigen Einsatz und der ordnungsgemäßen Auswahl und Installation von ATEX-Betriebsmitteln sind bei der Errichtung von elektrischen Anlagen bzw. Betriebsmitteln im explosionsgefährdeten Bereich auch einige Standards wie z. B. die OVE E 8065[1] bzw. die EN 1127[2], EN 60079[3] zu berücksichtigen.

Besonders in explosionsgefährdeten Bereichen ist eine richtige Ausführung sowie ständige Überprüfung der elektrischen Anlage und der verwendeten Betriebsmittel von entscheidender Bedeutung.

Zur Erhöhung des firmeninternen Wissens im Zusammenhang mit Explosionsschutz biete ich praxisbezogene Seminare in Ihrem Unternehmen an. Seminar Explosionsschutz

In gemeinsamer Abstimmung mit Ihnen führe ich Beratungen, Planungen und Prüfungen direkt bei Ihnen vor Ort durch oder auch bei mir in der Kanzlei.

Damit Sie kein „zündendes Erlebnis“ haben, kontaktieren Sie mich unter office@zt-haiden.at oder
+43 (0) 676 43 149 31.

Referenzen
1    OVE E 8065: „Errichtung elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen“
2    ÖVE/ÖNORM EN 1127: „Explosionsfähige Atmosphären – Explosionsschutz“
3    ÖVE/ÖNORM EN 60079: „Explosionsgefährdete Bereiche“ bzw. „Explosionsfähige Atmosphäre“