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Elektrotechnikverordnung 2020 – ETV 2020

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Die neue Elektrotechnikverordnung 2020 – ETV 2020 wurde Anfang Juli kundgemacht und ersetzt von nun an die Elektrotechnikverordnung 2002, welche dadurch ihre Gültigkeit verloren hat.

Änderungen gegenüber Entwurf ETV 2019

Gegenüber des Entwurfs der Elektrotechnikverordnung 2019 gibt es ein paar kleine Änderungen in der Formulierung. Zusätzlich hinzugekommen sind die Begriffsbestimmung zur Risikobeurteilung sowie eine mögliche Verlängerung der Übergangsfrist um weitere vier Jahre bei weit fortgeschrittenen Projekten mittels Antrag beim Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.
In den Anhängen zu den Normen hat es gegenüber dem Entwurf ein paar wesentliche Änderungen gegeben. Bei den verbindlichen Normen gemäß Anhang I ist die OVE E 8065 [1] hinzugekommen. Die ÖVE/ÖNORM E 8384 [2] ist aus der Liste entfernt worden.
Auch im Bereich der kundgemachten Normen gemäß Anhang II der ETV 2020 wurden ein paar Normen gestrichen (z. B. die ÖVE/ÖNORM EN 50173-Reihe [3] als auch die Teile 10-1 [4] und 10-2 [5] der ÖVE/ÖNORM EN 60079 über die Einteilung der explosionsgefährdeten Bereiche). Neu hinzugekommen sind im Bereich des Explosionsschutzes die OVE EN IEC 60079-0 [6] als auch der Teil 25 [7] der EN 60079 über „Eigensichere Systeme“. Aber auch die OVE Richtlinie R 12-2 [8] auf die in der OVE E 8101 [9] mehrfach verwiesen wird, findet sich nun in der Liste der kundgemachten Normen. Für den Bereich Photovoltaik wurde die OVE Richtlinie R 11-1 [10] ergänzt.

Änderungen gegenüber Elektrotechnikverordnung 2002 – ETV 2002

Die wesentlichen Änderungen gegenüber der alten Elektrotechnikverordnung 2002 sind nachstehend kurz zusammengefasst.

  • Die Liste jener Normen die verbindlich anzuwenden sind, hat sich deutlich verkürzt. Es sind gemäß Anhang I fast nur noch rein österreichische elektrotechnische Normen und elektrotechnische Referenzdokumente als verbindliche Dokumente vorgesehen. (Ein großer Schwerpunkt davon betrifft Steckverbindungen).
  • Im Anhang II der Elektrotechnikverordnung 2020 sind „kundgemachte elektrotechnische Normen“ angeführt – in Anlehnung an harmonisierte Normen zu den europäischen Richtlinien – sollen diese den „Weg zum Ziel“ aufzeigen.
  • Die Notwendigkeit einer „Erstprüfung“ wird auf die Ebene der Verordnung gehoben.
  • Ähnlich wie bei den europäischen Richtlinien kann nun zur Erfüllung der Anforderungen des Elektrotechnikgesetzes eine Risikobeurteilung vor erstmaliger Herstellung, Errichtung, Inverkehrbringung, Instandhaltung, Überprüfung oder Inbetriebnahme durchgeführt werden, in der entsprechende Maßnahmen festgelegt werden.
  • Mit einer Übergangsfrist von einem Jahr darf bei Anwendung eines großteils der Normen gemäß ETV 2002 auf die Risikobeurteilung verzichtet werden.

Die Details zur neuen Elektrotechnikverordnung 2020 finden sie unter nachstehenden Links des Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS):

Normen

[1]    OVE E 8065 „Errichtung elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen“
[2]    ÖVE/ÖNORM E 8384 „Erdungen in Wechselstromanlagen mit Nennspannungen über 1 kV“
[3]    ÖVE/ÖNORM EN 50173-Reihe „Informationstechnik – Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen“
[4]    OVE EN 60079-10-1 „Explosionsgefährdete Bereiche – Teil 10-1: Einteilung der Bereiche – Gasexplosionsgefährdete Bereiche“
[5]    OVE EN 60079-10-2 „Explosionsgefährdete Bereiche – Teil 10-1: Einteilung der Bereiche – Staubexplosionsgefährdete Bereiche“
[6]    OVE EN IEC 60079-0 „Explosionsgefährdete Bereiche, Teil 0: Betriebsmittel – Allgemeine Anforderungen“
[7]    ÖVE/ÖNORM EN 60079-25 „Explosionsgefährdete Bereiche – Teil 25: Eigensichere Systeme“
[8]    OVE Richtlinie R 12-2 „Brandschutz in elektrischen Anlagen – Teil 2: Ergänzende brandschutztechnische Anforderungen an elektrische Kabel- und Leitungsanlagen in elektrischen Niederspannungsanlagen“
[9]    OVE E 8101 „Elektrische Niederspannungsanlagen“
[10]   OVE Richtlinie R 11-1 „PV-Anlagen – Zusätzliche Sicherheitsanforderungen, Teil 1: Anforderungen zum Schutz von Einsatzkräften“


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